Montag, 27. März 2023

Abneigung gegen Social Media Plattformen

Ich hasse Social Media!

Vor ein paar Wochen empfahl mir mein Autismus-Coach, mir bei LinkedIn ein neues Profil zu erstellen, weil ich mich nach einem neuen Job umschaue aufgrund der finanziell schwierigen Situation beim jetzigen Arbeitgeber.

Im Rahmen einer früheren Phase der Stellensuche hatte ich bereits einmal ein Profil bei LinkedIn eröffnet. Dieses Profil löschte ich nach ein paar Jahren frustriert wieder. Damals sah ich keinen wirklichen Nutzen mehr, passende Stellenangebote bekam ich kaum je und gut verkaufen konnte ich mich ohnehin noch nie. Zudem ist es mir einfach zu mühsam, alle paar Tage die neusten Mitteilungen lesen zu müssen, von denen 60-80% mit nicht wirklich erwünschten Informationen bzw. umworbenen Dienstleistungen oder Produkten zusammen hängen. Aus dem gleichen Grund hatte ich zeitgleich mein XING Profil gelöscht.

Nun ja, der Coach hatte gesagt, LinkedIn werde mittlerweile im europäischen Bereich mehr als früher genutzt und sei besser geworden. So liess ich mich auf einen neuen Versuch ein. Leider hat sich meine Erwartung mehrheitlich bestätigt. Funktional hat sich kaum etwas geändert und inhaltlich geht es wie schon damals primär ums werben bzw. sich oder die Firma gut darstellen. Jobangebote hat es zwar tatsächlich mehr als damals, aber sobald man sich auf eine Stelle bewirbt, ist der Ablauf meistens nicht einfacher, als wenn man Stellen über eine klassische Jobplattform sucht. Die Funktion "Einfach bewerben", bei welcher man nur den Lebenslauf freigeben muss, wird von den meisten Firmen nicht angeboten. Und sobald eine Firma ihrerseits grundsätzliches Interesse hat, kommt man üblicherweise nicht darum herum, die Bewerbungsunterlagen doch noch entsprechend deren gewöhnlichem Prozess einzureichen.

Was mich an Social Media aber grundsätzlich am meisten nervt (das trifft auch auf Facebook, Twitter und andere zu), ist die Tatsache, dass man pausenlos daran sein könnte, sich die News des eigenen 'Netzwerks' - von interessant oder lustig bis absolut belanglos oder markschreiend - anzuschauen. Social Media macht eben niemals Pause. Es gibt auch nicht einen klaren Schnitt, wie es z.B. beim Fernsehen am Ende einer Sendung ist. Stattdessen sprudeln zum gleichen Thema passenlos weitere Informationen auf dich ein - wenn du es denn zulässt und dich nicht bewusst davon losreisst.

Wenn ich könnte, würde ich allen Social Media Plattformen eigenhändig den Stecker ziehen. Vielleicht könnten die Leute dann wieder etwas zur Vernunft - und zur Ruhe - kommen. Aber leider kann ich das nicht und so wird mein Wunsch eine Illusion bleiben.

Dienstag, 7. März 2023

Panische Angst und quälende Zweifel

Nachdem unsere Firma einen wichtigen Kunden verloren hat, sehen die Zukunftsaussichten alles andere als gut aus. Um eine allfällige Kündigung aus finanziellen Gründen möglichst zu verhindern, ziehe ich in Betracht, mein Arbeitspensum zu reduzieren. Die dadurch entstehende Lohnreduktion wäre abhängig vom neuen Pensum jedoch eher schlecht tragbar für mich. Deswegen habe ich auch schon in Betracht gezogen, meine Stelle (seitens Firma) kündigen zu lassen. In dem Fall wäre es klar, dass ich mir etwas neues suchen muss.

Mehr als je zuvor habe ich derzeit ernsthaft Angst davor, wie die Zukunft mittel- bis längerfristig werden wird. Im Gegensatz zu früheren Situationen - in denen ich nebst einer nigativen Perspektive meistens auch eine positive Perspektive erkannte - scheint es mir jetzt so, dass es ohnehin nur negativ weitergehen wird; unabhängig davon, welches Szenario eintreten wird.
Solange ich die Stelle behalten kann, kommt zwar der Lohn (hoffentlich) weiterhin regelmässig auf mein Bankkonto. Die entscheidende Frage ist aber, wie lange der Status quo erhalten werden kann. Zudem ist es eine enorme emotionale Belastung, sprichwörtlich 'auf Messers Schneide' zu sein. Andernfalls, also wenn ich die Stelle verliere, fällt zwar eine nicht unerhebliche Last von meinen Schultern, die grundsätzliche Unsicherheit würde aber ebenso bestehen. Ich schätze nämlich die Chance eher klein ein, dass ich eine neue Stelle finden könnte, die meinen Wünschen und Bedürfnissen einigermassen entspricht.
Seit ca. zwei Wochen fühle ich mich darum zeitweise wie gelähmt und mag überhaupt nichts anpacken.

Eine weitere Unsicherheit stellt ein Studium dar, für das ich mich angemeldet habe und das im Herbst beginnen wird. Punkto Selbstdisziplin war ich stets schlecht in der Schule und ich mache mir keine Illusion, dass das beim geplanten Studium abweichend sein wird. Als zusätzliche Nachteile kommen meine Sehschwäche sowie die sporadischen Kopf- und Gliederschmerzen dazu. Ob mir das Studium zukünftig für eine allfällige Stellensuche eher nützt oder schadet, ist eine andere Frage. Und ob ich jemals eine Anstellung im Fachbereich des Studiums finden werde, sofern ich nach 3-4 Jahren erfolgreich abschliesse, steht sowieso noch in den Sternen. Das Studium stellt insofern auch ein nicht unerhebliches, finanzielles Risiko dar und ich bin daher unsicher, ob ich es nicht besser absagen sollte.

Donnerstag, 12. Januar 2023

Ärger, Selbstvorwürfe und Verzweiflung

Derzeit stecke ich im Anschluss an eine Herbstdepression im Winterblues, welchem Wohl schon bald eine Frühlingsmüdigkeit folgen wird. Kurz gesagt, ich stecke in einer schon einge Zeit andauernden Kriese, welche wohl noch etliche Wochen anhalten wird.

Die vergangenen Festtage waren für mich dieses Jahr auch nicht so verlaufen, wie ich es mir gewünscht hätte. Ich fühlte mich recht gestresst. Das Patengescheck für meinen Neffen funktionierte nicht auf anhieb - weil dazu destilliertes Wasser benötigt wird, welches wir dann nicht gleich kaufen konnten. Zudem bekam hatte er Probleme mit einer neu Kamera, die ihm meine Schwester schenkte. Normalerweise komme ich mit solchen Sachen gut klar, aber in diesem Fall konnte ich nicht helfen.

Am 31.12. verursachte ich dann eine leichte Fahrzeug-Kollosion, aufgrund der mein Auto nun seit knapp zwei Wochen in der Reparatur ist. Der Ablauf, also wie sich die Kollision ereignet hatte, war zwar nicht weiters tragisch. Dass sie überhaupt passierte, ist für mich aber schon recht ärgerlich.

Das alles hat mich psychisch stark belastet und raubt mir während der Nacht den Schlaf - so wie heute. Tagsüber bin ich dann jeweils müde und leicht gereizt.

Heute habe ich eine Ankündigung für einen Fachkurs gesehen, für den ich mich gerne angemeldet hätte. Leider ist mir die Teilnahme an den betreffenden zwei Tagen nicht möglich, weil mein Chef dann Ferien geplant hat. Ich habe deswegen die zuständige Person für die Organisation des Kurses per E-Mail kontaktiert - vom Smartphone aus. Seltsamerweise schickte ich das E-Mail offenbar als Antwort auf ein anderes anstatt als neue Nachricht. 
Wegen derartigen Fehlern gerate ich immer wieder in Verzweiflung. Solche Dinge - nur aus Unachtsamkeit - sollten doch vermeidbar sein!? Warum passiert mir sowas immer wieder?

Coaching

In Bezug auf Autismus/ASS habe ich ein Coaching begonnen.

Nachdem wir beim Erstgespräch die für mich grössten Schwierigkeiten - mündliche Kommunikation mit anderen sowie Kontakte bekommen und erhalten - angesprochen hatten, ging es beim zweiten Termin um spezielle Probleme Zhause. Einerseits erwähnte ich, dass ich manche angefangenen Dinge schon sehr lange unerledigt liegen liess, teilweise aus mangelnder Motivation, teilweise weil einfach anderes anfielen und deswegen das Unerledigte weiter hinausgeschoben wurde. Andererseits sagte ich, dass die Reinigung der Wohnung, insbesondere der Fenster, ein kritischer Punkt ist. Der Coach hat mich ermutigt, dafür Hilfe zu beantragen von Fachpersonen. Seine Frau und er hätten sich vor längerer Zeit ebenfalls dazu entschlossen, da sie selbst schlicht zu wenig Zeit dafür hätten.

Ich bin gespannt, wie das Coaching weitergehen wird. Allerdings sehe ich das nicht mehr ganz so positiv wie nach dem Erstgespräch.

Freitag, 2. Dezember 2022

"Alkohol macht d'Bire hool'

Der Schweizer Mundard-Ausspruch vom Titel ist mir eingefallen, als ich nach einem Abend mit ein wenig zu viel Alkohol-Konsum mich in 'mein' Hotelzimmer zurückzog, welches ich für eine Nacht benutze.

In gemütlicher Runde zu fünft - am schluss zu sechst - genossen wir zwei flaschen guten Wein und redeten über 'Gott und die Welt'. Noch selten empfand ich es trotz - oder wegen - des Alkoholkonsums so angenehm wie heute. Meistens schmeckt mir entweder der Wein nicht oder ich finde die Personen drum herum ätzend oder nervig. Heute stimmte aber beides.

Nun lege ich mich gleich zum schlafen ins Bett und hoffe auf eine erholsame Nacht und einen ebensoguten, morgigen Tag.

Allerdings muss ich gestehen, dass ich für den zweiten Teil von morgen nicht allzu optimistisch bin. Ich habe mich bereit erklärt, einige Zeit an einem Weihnachtsbasar in der Kälte am Stand zu sein. Das ist etwas, was ich eigentlich gar nicht machen möchte, aber im Sinne der Solidarität gegenüber den anderen involvierten fand ich, dass ich mich nicht ganz herausnehmen kann. Der Gedanke daran stimmt mich allerdings alles andere als positiv. Offen gestanden, wäre es mir lieber gewesen, der Weihnachtsbasar wäre aus irgendeinem Grund abgesagt worden (Corona, Energiekrise oder was auch immer). Aber leider findet er statt und nun muss ich mich wohl oder übel morgen dort sein.